Eigen risico und Eigenbeitrag: der Unterschied

Geschrieben von Vincent van Gemert ·

Durchschnittliche Kosten für Krankenversicherung

314 € pro Monat

Paar · 2026

Alleinstehend
157 €
Familie mit Kindern
314 €
Alleinerziehend
157 €

Quelle: Nibud/CBS (indicatief) · Zahlen 2026 · Mit deinen eigenen Kosten vergleichen →

Sie zahlen jeden Monat Ihre Krankenversicherungsprämie und bekommen trotzdem eine Rechnung vom Versicherer. Darauf steht eigen risico, eigen bijdrage oder beides. Diese niederländischen Begriffe bezeichnen unterschiedliche Zahlungen. Wer sie versteht, kann die Rechnung besser prüfen und Geld zurücklegen.

Das eigen risico ist ein jährlicher Selbstbehalt für viele Leistungen der niederländischen Basisversicherung. Die eigen bijdrage ist ein gesetzlicher Eigenbeitrag für bestimmte Leistungen. Er kann auch dann anfallen, wenn der Selbstbehalt bereits ausgeschöpft ist. Hier geht es um die Regeln in den Niederlanden für 2026, nicht um die deutsche Krankenversicherung.

Selbstbehalt und Eigenbeitrag im Vergleich

Mit Ihrer Prämie bezahlen Sie den Versicherungsschutz. Bei der Nutzung von Leistungen können Selbstbehalt und Eigenbeitrag hinzukommen. Eine bezahlte Prämie bedeutet deshalb nicht, dass jede Behandlung vollständig erstattet wird.

Frage Eigen risico: Selbstbehalt Gesetzlicher Eigenbeitrag
Wofür gilt er? Für viele Leistungen der Basisversicherung Für bestimmte Leistungen, Arzneimittel und Hilfsmittel
Betrag 2026? Verpflichtend 385 €; freiwillig höchstens 500 € zusätzlich Abhängig von der Leistung
Eine jährliche Grenze? Ja, pro versicherter Person für betroffene Leistungen Keine gemeinsame Grenze für alle Eigenbeiträge
Zahlung nach ausgeschöpftem Selbstbehalt? Kein weiterer Selbstbehalt über den Jahresbetrag hinaus Eigenbeiträge können weiter anfallen
Für Kinder unter 18? Nein Bei bestimmten Leistungen möglich

Eigenbeiträge für kommunale Unterstützung gehören zu anderen Regelungen. Dieser Artikel behandelt die niederländische Krankenversicherung. Die niederländische Regierung erklärt den Unterschied und die Reihenfolge der Berechnung.

So funktioniert der Selbstbehalt 2026

Der verpflichtende Selbstbehalt beträgt 2026 für Erwachsene 385 € pro Kalenderjahr. Sie zahlen die ersten versicherten Kosten, auf die der Selbstbehalt anzuwenden ist, bis dieser Betrag erreicht ist. Nutzen Sie solche Leistungen nicht, entsteht auch keine Rechnung allein deshalb, weil ein Jahr vergangen ist.

Ein Beispiel: Sie haben noch keinen Selbstbehalt verbraucht und es entstehen 150 € an versicherten Kosten, für die er gilt. Sie zahlen 150 €. Für spätere Leistungen im selben Kalenderjahr bleiben noch 235 € verpflichtender Selbstbehalt. Bei jeder neuen Behandlung beginnt also nicht erneut ein Betrag von 385 €.

Die Grenze gilt je Person. Zwei Erwachsene, die beide den verpflichtenden Selbstbehalt vollständig ausschöpfen, zahlen zusammen 770 €. Ein ungenutzter Betrag des einen Partners verringert die Rechnung des anderen nicht. Die offiziellen Informationen zum Selbstbehalt erläutern auch Ausnahmen und Ratenzahlungen.

Hausarzt und Kinder: wichtige Ausnahmen

Für Kinder unter 18 gilt bei Leistungen der Basisversicherung kein Selbstbehalt. Das heißt jedoch nicht, dass jede denkbare Behandlung versichert ist. Nicht versicherte Leistungen und mögliche gesetzliche Eigenbeiträge müssen Sie weiterhin beachten.

Ein Besuch beim Hausarzt oder beim hausärztlichen Bereitschaftsdienst fällt ebenfalls nicht unter den Selbstbehalt. Nachfolgende Leistungen können anders behandelt werden. Laboruntersuchungen, Medikamente aus der Apotheke oder eine fachärztliche Behandlung können den Selbstbehalt belasten, auch wenn der Hausarzt sie veranlasst hat.

Entscheidend ist die erbrachte Leistung, nicht allein die Person, die Sie überwiesen hat. Die Regierung erläutert das auf ihrer Seite zu Hausarztkosten. Fragen Sie den Versicherer bei Unklarheiten nach der Abrechnung einer Untersuchung. Verschieben Sie notwendige Versorgung nicht wegen einer unverständlichen Rechnung.

Weitere Ausnahmen sind häusliche Krankenpflege durch die wijkverpleging, geburtshilfliche Versorgung und kraamzorg, die niederländische Wochenbettbetreuung. Für kraamzorg kann trotzdem ein gesetzlicher Eigenbeitrag gelten. Kein Selbstbehalt bedeutet daher nicht automatisch, dass Sie gar nichts selbst zahlen.

Was ist ein gesetzlicher Eigenbeitrag?

Der gesetzliche Eigenbeitrag ist der Teil bestimmter versicherter Leistungen, den Sie nach den geltenden Regeln selbst tragen. Er kann ein fester Betrag, ein Prozentsatz oder der Betrag oberhalb einer Erstattungsgrenze sein. Die Regierung legt fest, für welche Versorgung er gilt.

Beispiele sind Wochenbettbetreuung, bestimmte Hilfsmittel und manche Arzneimittel. Es gibt keine gemeinsame Grenze von 385 € für diese Beiträge. Ein Eigenbeitrag kann somit auch noch fällig werden, nachdem Ihr Selbstbehalt vollständig ausgeschöpft ist.

Für gesetzliche Arzneimittel-Eigenbeiträge gilt 2026 eine eigene Höchstgrenze von 250 € pro Kalenderjahr. Das ist keine Obergrenze für sämtliche Medikamentenkosten. Selbstbehalt und Kosten nicht erstatteter Medikamente sind davon zu unterscheiden. Die Arzneimittelgrenze gilt auch nicht automatisch für Eigenbeiträge anderer Leistungen. Prüfen Sie die aktuellen Eigenbeitragsregeln und fragen Sie, welche davon auf Ihre Rechnung zutrifft.

Eine Zusatzversicherung kann bestimmte Eigenbeiträge übernehmen. Entscheidend sind Bedingungen und Erstattungsgrenzen. Eine zusätzliche Police ist nicht automatisch günstiger: Ihre Prämie kann höher sein als die tatsächlich genutzte Erstattung.

Rechenbeispiel: zuerst Eigenbeitrag, dann Selbstbehalt

Wenn beide Zahlungen gelten, wird zuerst der gesetzliche Eigenbeitrag abgezogen. Der verbleibende versicherte Betrag fällt anschließend unter den noch offenen verpflichtenden Selbstbehalt. Danach folgt gegebenenfalls der freiwillige Selbstbehalt. Den Rest zahlt die Versicherung.

Angenommen, eine vollständig herausnehmbare Vollprothese kostet im Beispiel 1.200 € und dieser Betrag ist vollständig erstattungsfähig. Hierfür gilt 2026 ein gesetzlicher Eigenbeitrag von 25 %. Sie sind erwachsen, haben noch keinen Selbstbehalt genutzt und weder eine freiwillige Erhöhung noch eine zusätzliche Erstattung.

Schritt Rechnung Betrag
Gesetzlicher Eigenbeitrag 25 % von 1.200 € 300 €
Verbleibender Betrag 1.200 € - 300 € 900 €
Verpflichtender Selbstbehalt Von den verbleibenden 900 € 385 €
Basisversicherung zahlt 900 € - 385 € 515 €
Sie zahlen insgesamt 300 € + 385 € 685 €

Der Eigenbeitrag von 300 € reduziert den Selbstbehalt nicht. Wäre dieser schon vollständig ausgeschöpft, zahlten Sie im selben Beispiel nur den Eigenbeitrag von 300 €, sofern alles andere gleich bleibt. Dies ist eine Rechenhilfe, kein Kostenvoranschlag für eine Behandlung.

Freiwillig erhöhen heißt mehr Risiko tragen

Sie können den verpflichtenden Selbstbehalt freiwillig um 100 €, 200 €, 300 €, 400 € oder 500 € erhöhen. Dafür sinkt die Prämie. Bei der höchsten Erhöhung beträgt der gesamte Selbstbehalt 2026 885 €: 385 € verpflichtend und 500 € freiwillig.

Das ist keine Obergrenze für alle Gesundheitsausgaben. Eigenbeiträge, nicht versicherte Versorgung und weitere nicht erstattete Beträge können hinzukommen. Prüfen Sie deshalb, ob Sie die höhere Rechnung bezahlen könnten. Betrachten Sie nicht nur den monatlichen Rabatt. Unser Artikel über Krankenversicherungskosten erklärt das gesamte Budget.

Rechnung prüfen und Rücklage bilden

Öffnen Sie die Leistungsübersicht Ihres Versicherers. Prüfen Sie Leistungserbringer, Behandlung, Betrag und den noch offenen Selbstbehalt. Bei einem Eigenbeitrag fragen Sie nach der gesetzlichen Berechnung. Ein wegen der Versicherungsbedingungen nicht erstatteter Betrag ist nicht automatisch ein gesetzlicher Eigenbeitrag.

Bitten Sie um eine Aufteilung in Eigenbeitrag, verpflichtenden und freiwilligen Selbstbehalt sowie sonstige nicht erstattete Kosten. Bewahren Sie die Erklärung bei der Rechnung auf. Falls Sie nicht alles auf einmal bezahlen können, fragen Sie den Versicherer nach Ratenzahlung.

385 € auf zwölf Monate verteilt entsprechen ungefähr 32,08 € monatlich; bei 885 € sind es 73,75 €. Das sind Sparziele, keine zusätzlichen Prämien. Eine Rechnung kann bereits eintreffen, bevor Ihre Rücklage vollständig ist. Planen Sie auch andere Ausgaben in Ihrer finanziellen Reserve ein.

Selbstbehalt und Eigenbeitrag können gleichzeitig gelten. Die Jahresgrenze des Selbstbehalts beseitigt nicht alle anderen Zahlungen. Eine verständliche Aufteilung zeigt, wofür Sie zahlen und wie viel Sie noch zurücklegen sollten.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ist keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Ziehen Sie in Erwägung, eine qualifizierte Fachperson zu Ihrer persönlichen Situation zu konsultieren.

Die Beträge in diesem Artikel sind Richtwerte. Auf unserer Quellenseite lesen Sie, wie wir rechnen.

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